Vergasereinstellung

1 ) Fahrzeug betriebswarm und frei fahren.

2) Leerlaufdrehzahl auf Normal einstellen.

3) Die Gemischeinstellschraube wird nun im Uhrzeigersinn (magerer) mit Gefühl langsam reingedreht. "Irgendwann" läuft der Motor langsamer. Diese Position merken und mit Gefühl Gemischeinstellschraube herausdrehen (fetter). Irgend wann läuft der Motor wieder langsamer. Jetzt zurück und zwischen den beiden Positionen den Punkt mit der höchsten Leerlaufdrehzahl einstellen.

4) Jetzt wieder gewünschte Leerlaufdrehzahl einstellen.

5) Der Extremsportfahrer wird von diesem Idealpunkt ca. 1 /4 Umdrehung magerer einstellen als bei der Grundeinstellung, da sein Motor im Sporteinsatz heißer wird.

6) Diese Einstellung kann bei größerer Außentemperatur Veränderung oder bei längerer Distanz zur letzten Ventileinstellung durchgeführt werden.

7) Der technisch Interessierte kann natürlich regelmäßig das Leerlaufgemisch einstellen, da dies die billigste und einfachste Möglichkeit ist, einen Idealzustand zu erreichen.

Wer technisch interessiert ist, kann jetzt weiter lesen und erfahren, was im Gemischablauf manipuliert wird.

Zur Gemischversorgung bis ca. 15 % ist die Leerlaufeinstellschraube, Gemischeinstellschraube sowie die Leerlaufdüse (L2) zuständig.

Zur Gemischversorgung bis ca.25% ist die Leerlaufdüse mit zuständig.   

Technik Info

Für das Starten und geringe Motordrehzahlen wird nur eine geringe Luftmenge benötigt. Der Gasschieber ist fast geschlossen und es kann nicht genügend Unterdruck erzeugt werden, um Benzin über den Kreislauf der Hauptdüse zu transportieren.

Hier wird jetzt das Leerlaufsystem aktiviert: Beim Vergaser befindet sich unter dem Luftansaugkanal eine Bypass Bohrung (B). Durch den Unterdruck beim Starten wird über die Leerlaufdüse Kraftstoff transportiert. Diese Menge wird über die Gemischeinstellschraube geregelt (darum: reindrehen = magerer / rausdrehen = fetter)

Die Bypass-Bohrung mündet im vorderen Teil des Saugrohrs in einer Austrittsöffnung.

Für den Vergaser gilt, dass bei der Gemischeinstellung (wie beschrieben) ein Einstellbereich bestehen muss. Sollte also die Gemischeinstellschraube auf Anschlag eingedreht sein, und es gab keine Drehzahl Veränderung, bitte die Leerlaufdüse entsprechend kleiner wählen. Sollte der Motor ausgehen, wenn die Gemischeinstellschraube noch 2 Umdrehungen vor Anschlag ist, muss eine größere Leerlaufdüse gewählt werden.

Der Perfektionist nimmt bei Fahrten für den Vergaser im Sommer (heiße südliche Länder) eine kleinere Leerlaufdüse mit (Wert - 3). Für Einsätze unter -10 Celsius  (Kristall-Rallye/ Elefantentreffen) ist eine Leerlaufdüse +3 einzusetzen.

Der Mikuni : ( die meisten haben Mikuni 38 )

Hier wird die Gemischeinstellschraube nach dem gleichen Verfahren eingestellt, diese ist hier aber von unten einstellbar.

(Angaben für Fahrzeuge ohne Katalysator!)

Axialspiel Schwimmer

Chemische und thermische Einflüsse am Schwimmer können zu einem "Quellen" des Schwimmers führen. Prüfen Sie bei Vergaser das Axialspiel des Schwimmers. Vorgehensweise: nach Demontage der Schwimmerkammer (unterste Vergaserschraube, Schlüsselweite 21) den Schwimmer auf Leichtgängigkeit prüfen. Dieser muss sich leicht auf der Achse bewegen und ohne Probleme in seine Ausgangsposition zurückfallen. Macht er dies nicht, Schwimmerachse: herausziehen und den Rand der Kunststoffschwimmerarme so kürzen, dass das Axialspiel 0,8 mm beträgt.

 

Nadel und Nadeldüse

Der Verschleiß an der Nadel und Nadeldüse ist quasi nicht messbar, da die Nadel konisch aufgebaut ist. Durch permanente Reibung und Schlagen (verursacht durch Vibrationen) der Nadel in der Nadeldüse entsteht auch hier eine Materialreduzierung an den beiden Bauteilen des Vergasers. Zu empfehlen ist alle ein bis zwei Jahre Nadel und Nadeldüse auszutauschen (bzw. alle 20000 km, im Sporteinsatz entsprechend früher.

Be- und Entlüftungsschläuche

Die Be- und Entlüftungsschläuche eines Vergasers machen schon Sinn. Wer öfter am Vergaser arbeitet, sollte die Schläuche nicht unkoordiniert in der Gegend rumbaumeln lassen, sondern wie serienmäßig beim 96/99er Modell verlegen, d.h. beide Schläuche knickfrei mit einem Kabelbinder, links außen am Rohr zur Stoßdämpferaufnahme befestigen (nicht zuziehen!)

Einstellung Schwimmerniveau

Bei z.B. nicht voll ausdrehendem Motor oder im obersten Bereich ruckenden Motor kann/sollte auch der "Benzinnachschub" kontrolliert werden. Dies kann wie in der Betriebsanleitung beschrieben mit ausgebautem Vergaser gemacht werden, oder zur schnelleren Kontrolle in eingebautem Zustand. Hier einfach Benzinhahn schließen, Schwimmerkammer entfernen, Schwimmer nach oben drücken und Benzinhahn öffnen. Der weiße Schwimmer hat in der Mitte aus produktionstechnischen Gründen eine Presskante, welche wir nun zur Justage benutzen. Zweiter Bezugspunkt ist die Kante des Vergasergehäuses. Wird nun der Schwimmer abgesenkt, sollte ca. 1 mm (außen am Hebelweg gemessen, vor Parallelität der Kraftstoff anfangen zu tröpfeln. Bei Parallelität muss dann der Sprit voll laufen. Sollte dieser Wert nicht annähernd erreicht werden, muss die kleine Zunge, welche das Schwimmernadelventil ansteuert in die richtige Richtung nachjustiert werden. Hier muss mit Gefühl gearbeitet werden, da es sich um filigrane Teile handelt.

VERGASER TECHNIK INFO

Die Luftzahl "Lambda" spielt bei jedem Vergasermotor, eine entscheidende Rolle. Das Luft-Kraftstoff-Verhältnis bestimmt entscheidend das Betriebsverhalten des Vergasers. Bei vollständiger Verbrennung von 1 kg Benzin sind etwa 14,5 kg Luft erforderlich. Bei diesem Luft - Kraftstoff Verhältnis ist die Luftzahl Lambda =1, d.h. die zugeführte Luftmenge entspricht dem theoretischen Luftbedarf. Ein mageres Gemisch, Lambda größer als 1, enthält mehr Luft. Ein fettes Gemisch, Lambda kleiner als 1, weniger Luft. Maximales Drehmoment und guter Rundlauf des Motors ergeben sich also bei Lambda=0.9, dort sind aber die CO - und CH - Emissionen und der spezifische Kraftstoffverbrauch ungünstig. Bei Lambda= 0.5 ist die fette Laufgrenze, bei Lambda 1,3 die magere erreicht. Um zur Einhaltung des Abgaslimits eine günstige Umsetzung der Rohemission des Motors im Dreiwege Kat zu erreichen, werden heute fast alle KFZ Motoren mit dem Luft Verhältnis Lambda=1 betrieben (ähnlich wie bei einer serienmäßigen LC 4. Für besondere Betriebszustände wird jedoch zusätzlich angefettet. Dies ist z.B. für Sporteinsätze wichtig, hier spielt der LC 4 Vergaser seine Vorteile gegenüber einer Einspritzung aus: Er ist einfach für verschiedene Einsätze manipulierbar.