Vergasereinstellung
Vorwort: Diese Angaben sind nur Anhaltspunkte. Es kann keine Gewähr für die Richtigkeit übernommen werden. Insbesondere wird jede Verantwortung für Schäden am Motor sowie Folgeschäden abgelehnt.
Kurze Erklärung über die Funktionsweise der Mikuni Vergaser: Die serienmäßigen 38mm Mikuni Doppelvergaser sind für die meisten Anwendungen völlig ausreichend. Lediglich die Choke- Platten und die Gussrückstände im oberen Vergaserbereich (oberhalb Venturi) mindern die Leistung ein wenig. Im folgenden wird nur über Drosselklappen - Stellungen von 0 (geschlossen) bis 1 (offen) gesprochen. Die Funktion des Vergasers ist nur abhängig von Drosselklappen- Stellung, nicht von der Drehzahl des Motors. Bei Problemen bei der Einstellung sollte man wissen bei welcher Stellung der Drosselklappe die Probleme auftreten. Bei den Mikuni Vergasern handelt es sich eigentlich um 2 Vergaser in einem Gehäuse: Für den unteren Stellbereich funktioniert der Vergaser über eine Membran (Unterdruck vom Motor gegenüber dem Luftdruck). Bei 1/2 bis 1 Drosselklappenstellung wird das Gemisch überwiegend über das Venturi dosiert. Die Stellbereiche überlappen sich, somit sind die Einstellungen in einer bestimmten Reihenfolge durchzuführen: Low- Einstellung, Low- Düse, Feder + Neadle & Seat, High- Düse, High- Einstellung.
Leerlauf- Einstellung: Die untere Stellschraube am Vergaser ist für die Leerlauf (idle) Einstellung. Die Grundeinstellung findet man folgendermaßen: Den Ski auf einen Trailer im Wasser stellen. Leerlaufdrehzahl (Stellschraube für Drosselklappe) so einstellen, dass der Motor nicht mehr ausgeht. Nun die Low- Schraube (Startposition ca. 1 Umdrehung auf) langsam auf oder zudrehen bis die Drehzahl des Motors steigt. Dann wieder die Drosselklappen - Stellschraube soweit zurückdrehen bis die Leerlaufdrehzahl wieder stimmt. Solange wiederholen bis die Drehzahl nicht mehr steigt. Bei dieser Einstellung führt eine kleine Drehung der Low- Schraube (auf oder zu) zu einem rauen Motorlauf, der Motor läuft unrund. Wieder zurückdrehen bis der Motor sauber läuft. Test: Stoppknopf drücken, einige Sekunden warten und neu starten: Der Motor sollte jetzt sofort anspringen und "rund" laufen.
Low- Jet: Der Lowjet liefert das Gemisch von 0 - 1 Drosselklappenstellung. Allerdings ist die Wirkung auf 0 - 1/4 beschränkt. Um die richtige Low- Düse (LowJet) zu finden gibt es einen einfachen Test: Den Ski ca. 1 Minute bei 1/4 Gas fahren. Dann schnell den Gashebel voll durchdrücken. Fällt die Drehzahl kurz ( < 1 Sek) ab und steigt dann kräftig an ist die Lowdüse etwas zu groß. Fällt die Drehzahl ab und steigt nur sehr langsam wieder an ist die Düse etwas zu klein. Geht der Motor aus ist die Düse viel zu klein.
Pop- Off Druck: Die Feder in Verbindung mit Neadle + Seat ergibt den sog. Pop- Off Druck. Der Motor erzeugt einen Unterdruck an der Low- Düse. Dahinter sitzt das Membran auf dem Federarm. Je höher der Pop-Off Druck ist desto größer muss die Druckdifferenz zwischen Motor und Außen (Luftdruck) sein. Ist der Druckunterschied groß genug ist das Membran in der Lage die Feder über den Arm einzudrücken und das Nadelventil zu öffnen: Der Kraftstoff kann in die Zwischenkammer strömen. Über die versch. Nadel (Neadle Seat) und Federkombinationen kann der Druck so eingestellt werden, dass der Motor kräftig "am Gas hängt". D.h. die Gasannahme sollte nicht verzögert sein. Pop-Off arbeitet immer in Verbindung mit dem Low-Jet. D.h. ein geringerer PopOff- Druck führt oft auch zu einem kleineren Low-Jet. Weniger Pop-Off -> mehr Gemisch bei gleicher Druckdifferenz -> "Fettere" Einstellung.
High- Jet: Ab ca. 1/2 Gas bis 3/4 Gas versorgt der High- Jet den Motor mit Gemisch. Um diesen zu Testen kan man wie beim Low- Jet vorgehen nur dass in diesem Falle mit 1/2 Gas gefahren wird.
High- Schraube: Da die meisten keinen vernünftigen Drehzahlmesser und schon gar kein Messgerät für die Abgastemperatur haben bleibt nur die Möglichkeit das Kerzenbild für diese Einstellung zu "lesen". Aber: Immer neue Kerzen verwenden. Um ein "Kerzenbild" zu lesen muss sofort nach einer Vollgasfahrt der Stopp- Knopf gedrückt werden. Niedrige Drehzahlen verfälschen in Sekunden das Kerzenbild. Grundsätzlich von der "Fetten" auf die magere Einstellung drehen. Optimal ist ein leicht hellbrauner Ton am Keramikfuß (unterhalb der Funkenspitze).
Motoren mit Wassereinspritzung (ECWI oder PMW) sollten bei abgeschalteter Elektronik eingestellt werden. Niemals Skis einstellen, deren Impeller zu groß sind. Für reine Freizeit- Skis immer die "Fetteste" Einstellung wählen, die noch genügend Leistung bringt.
Vergasereinstellung
kann auch nach "Gefühl" erfolgen. Ist eine Einstellung zu
"Fett" dreht der Motor aus dem entsprechendem (Drosselklappenstellung)
Bereich nur widerwillig hoch ohne einzubrechen. Zeigt sich jedoch, dass der
Motor zuerst an Drehzahl verliert um dann hochzudrehen also ein "Loch"
hat, ist die Einstellung zu "mager". Übrigens: Die Low- Schraube ist
tatsächlich nur für den Leerlauf zuständig, wer meint, mit der Low- Schraube
ein Loch z.B. bei 1/3 Gas zu beheben wird damit bestraft, dass der Motor bei
kurzzeitigem fahren im Standgas überfettet und nicht mehr sauber beschleunigt.
In diesem Falle ist es ratsam, die Low- Düse eine Nummer größer zu wählen.
Als Faustregel gilt: Ist die Low- Schraube mehr als 1 Umdr. auf sollte eine größere
Low- Düse gewählt werden.
Bei der Montage anderer Luftfilter auf jeden Fall testen, ob nicht Pop-Off neu
justiert werden muss. Da Original- Luftfilter weniger Luftdurchsatz haben fahren
viele Hersteller Pop-Off Drücke z.T. über 25 PSI. Für Sport- Luftfilter gilt:
Der Pop-Off Druck muss geringer werden damit das Gemisch nicht bei 1/2 Gas zu
mager wird.